Volker Gerisch erschafft Miniaturen von Situationen, Gebäuden und Landschaften der 1950er-Jahre und setzt sie fotografisch in besondere Bildwelten um. Den Prozess der Miniaturenherstellung bezeichnet der Künstler als „Fotorealistischen Modellbau“: er vereint die Recherche zu Vorbildern und Zeitgeschehen mit einer Vielzahl von Techniken der manuellen plastischen Gestaltung, sowie mit der digitalen CAD-Konstruktion. Der Detaillierungsgrad bewegt sich an der vermeintlichen Grenze des Machbaren. Indem sie ihnen den Maßstab nimmt, verbirgt die fotografische Umsetzung die Dimension der Objekte, wobei sie zugleich ihre kompromisslose Stringenz und Präzision enthüllt. Die täuschend echt gestalteten Modelle der Arbeits- und Alltagswelten werfen in den Fotografien die Frage nach der Realität des Wahrgenommenen auf: Wie wirklich ist diese Wirklichkeit?

quiet-earth.net

Die kinetischen Klangobjekte, die Martin Stock aus ausgemusterten und gefundenen Alltagsgegenständen baut, haben alle eines gemein: sie erzählen nicht nur vom Vorleben ihrer hier wiederbelebten Einzelkomponenten, sondern verraten auch, wie sie funktionieren. Hier ist keine unsichtbare Halbleiter-Elektronik verbaut; alles dreht und bewegt sich vor den Augen der BetrachterInnen mit Hilfe von Kleinmotoren und selbstgewickelten Elektromagneten, die aus 12-Volt-Netzteilen gespeist werden. Nähmaschinenspulen werden zu Umlenkrollen, Glasuntersetzer zu Treibrädern. Auf diese Weise entstehen „Mechanische Mirakel“, die nur einen Zweck haben: dem Publikum ein staunendes Lächeln des (Wieder)erkennens zu entlocken.

Volker Gerisch creates miniatures of situations, buildings and landscapes from the 1950s and transforms them photographically into unique visual worlds. The artist describes the process of creating miniatures as ‘photorealistic model making’: he combines research into models and contemporary events with a variety of manual sculptural techniques and digital CAD design. The level of detail pushes the boundaries of what is considered feasible. By removing the scale, the photographic rendering conceals the dimensions of the objects, while at the same time revealing their uncompromising stringency and precision. The deceptively realistic models of the worlds of work and everyday life raise the question of the reality of what is perceived in the photographs: How real is this reality?

quiet-earth.net

The kinetic sound objects that Martin Stock builds from found, rescued and eventually re-animated everyday items all have one thing in common: they not only tell about their individual components’ former lives, but they also reveal how they work. There are no invisible semiconductor electronics hidden here; before the viewer’s eyes, everything turns and moves, animated with the help of small DC motors and self-wound electromagnets powered by model train transformers. Sewing machine bobbins become pulleys, coasters are turned into driving wheels. The „Mechanical Miracles“ created in this way have only one purpose: to paint a smile on the onlooker’s face, to make them wonder, “We know each other from somewhere, don’t we?“